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MRSA

Der Keim aus dem Stall

In den letzten Wochen ist vermehrt über das Auftreten eines gegen einige Antibiotika resistenten Krankheitserregers, dem sogenannten Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) in Schweinehaltungsbetrieben berichtet worden. Dieser Keim ist bei direktem Kontakt vom Schwein auf den Menschen übertragbar und kann beim Menschen zu Wundinfektionen, Blutvergiftung und Lungenentzündung bis hin zum Tod führen. Erkrankungen infizierter Personen treten insbesondere dann auf, wenn es sich um Personen mit Immunschwäche oder offenen Wunden oder um frisch Operierte handelt. Aus diesem Grund war der Keim bisher auch hauptsächlich aus Krankenhäusern und Altenheimen bekannt und gefürchtet. Besonders, weil zahlreiche Antibiotika wegen der Resistenzentwicklung nicht mehr gegen den Keim wirksam sind. Ursache des Entstehens des seit den sechziger Jahren beim Menschen bekannten MRSA ist am ehesten die in der Vergangenheit häufige und oft auch prophylaktische Verschreibung von Antibiotika durch Ärzte.

MRSA in der Schweinehaltung

Bei Schweinen ist nun eine neue Variante des Erregers aufgetaucht, die vor allem die Nase des Schweins besiedelt. Sie ist nach derzeitigen Erkenntnissen von Schwein zu Schwein, Schwein zu Mensch und in seltenen Fällen von Mensch zu Mensch übertragbar. Dass das Bakterium auch vom Menschen auf das Schwein übertragbar ist, scheint möglich. Aussagen dazu sind bisher nicht bekannt.

In den Niederlanden ist der Keim bereits sehr weit verbreitet. In Deutschland wurde er bei einer Stichprobe in Nordrhein-Westfalen in 28 von 40 Betrieben gefunden. Weitere Untersuchungen zum Vorkommen von MRSA bei Schweinen wurden von der europäischen Behörde für Verbraucherschutz angeordnet. Sie werden derzeit bundesweit unter der Koordination des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) durchgeführt. Ein erster Zwischenbericht ist Ende Mai zu erwarten.

Ansteckungsgefahr

Bei Personen mit beruflichem Kontakt zu Schweinen wurde der Erreger in einer Pilotstudie am Nationalen Referenzzentrum für Staphylokokken bei 39 von 122 Untersuchten im Nasenabstrich festgestellt. Aber auch bei Menschen ohne den direkten Tierkontakt wie Familienangehörigen war MRSA in einigen Fällen nachweisbar.

In den meisten Fällen wird die betroffene Person ohne ihr Wissen zum Träger des Keims. Dabei infiziert sie sich nicht zwingend bzw. erkrankt sie selbst normalerweise nicht. Über Nase und Rachen, wo sich der Keim ansiedelt, kann sie jedoch andere Personen anstecken. Sie kann aber auch selbst erkranken, wenn sie z. B. an einer Immunschwäche leidet oder große, offene Wunden hat, die durch den Keim besiedelt werden.

Arbeits- und Seuchenschutz Hand in Hand

Zweck der genannten Schutzmaßnahmen ist es zum einen, den Menschen vor einer Infektion mit MRSA zu schützen (Arbeits- und Gesundheitsschutz), zum anderen kann man dadurch auch verhindern, dass Personen, die Keimträger sind, die Infektion in den Tierbestand hineintragen (Seuchenschutz).

Der beste Schutz vor einer beruflichen Ansteckung ist die Berücksichtigung der allgemeinen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und -desinfektion nach Tierkontakt sowie Trennung von Stallkleidung und übriger Arbeitskleidung. Diese Maßnahmen dürften leicht fallen, da sie aus der Seuchenhygiene bekannt sind, wenn auch in einer anderen Reihenfolge und zum Schutz der Tiere.

Eine zusätzliche Maßnahme ist das Tragen von Atemschutz beim Aufenthalt im Stall.

Weitere Informationen sind im Internet unter http://www.rki.de/ und http://www.bfr.de/ zu finden.

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BA Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus (MRSA); Subtyp ST 398
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Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung
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Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung
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Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffe
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Handlungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung Gefahrstoffe (Pdf)

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