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Präventionspreis LSV 2010

Zur Ausschreibung 2010 gab es zahlreiche Zuschriften. Die Teilnehmer stellten sich und ihre Idee in Wort, Bild und Video vor. Nach einem Bewertungsschema wurden für die Kriterien Punkte vergeben. Auf dieser Grundlage wählte dann der Beirat für Prävention im Januar 2011 die drei Preisträger aus.

1. Preis: Klappbarer Treibgang im Bullenmaststall

Familie Düttmann aus Börger im Emsland plante 2000 den Neubau eines Bullenmaststalles. Mutter Adele war eigentlich dagegen, nachdem ihr Mann Heinrich von einem Bullen angegriffen und erheblich verletzt worden war. Erst die Idee mit dem klappbaren Treibgang vor jeder Box überzeugte sie. Jetzt weiß sie, dass ihr Sohn Stefan, der inzwischen den Betrieb führt, und ihr mithelfender Mann sicher mit den Tieren umgehen können.

Der Treibgang ist aus stabilem Rundstahl gefertigt. Durch einen Klappmechanismus kann vom Standplatz der Bullen ein etwa ein Meter breiter Treibgang abgetrennt werden. Dazu ist kein zusätzlicher Platz erforderlich.

Gegengewichte ermöglichen ein leichtes Klappen des Gestänges. Zwischen den Boxen sind stabile Drehtüren eingebaut, die den Treibgang freigeben. So können aus jeder beliebigen Box die Bullen bis zum Verladen getrieben werden, ohne dassdire kter Kontakt nötig ist. Zwischen den Türen können Tiere einzeln festgesetzt und tierärztlich behandelt werden.

2. Preis: Abfischanhänger

Familie Veigl in Kemnath in der Oberpfalz bewirtschaftet in ihrem Fischzuchtbetrieb 75 Hektar Teichfläche. Das 60-jährige Ehepaar und Sohn Wolfgang züchten Karpfen auf Naturbasis, die sie als 2-jährige Setzlinge verkaufen oder für den Eigenbedarf verwenden.

Das Abfischen der Weiheranlagen und das Verladen der Fische in der Teichwirtschaft war bisher Schwerstarbeit mit hohem Personalaufwand. Die Fische mussten mit einem Kescher in der Abfischgrube gefangen und in Bottiche gegeben werden. Die 60 bis 80 kg schweren, mit Fischen gefüllten Behälter wurden von zwei Personen getragen.

Die Wege von den Abfischgruben über die Weiherdämme zu den Transportfahrzeugen sind unwegsam, schlammig und rutschig. Familie Veigl reagierte auf die zunehmenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen mit dem Einsatz selbst gebauter Technik: Ein Fischtransportanhänger (umgebauter Tieflader) mit maßgerecht eingebauten Containern, aufgebautem Verladekran und sicherer Stauraum für Werkzeug und Sauerstoffflaschen.

Der Fischtransportanhänger wird neben der Abfischgrube abgestellt. Der an einem Seilkran befestigte, wasserdurchlässige Gitterkorb wird in die Abfischgrube gestellt. Die Fische schwimmen mit dem ablaufenden Teichwasser in den Korb. Dieser wird mit den Fischen auf den Containeranhänger gehoben und entleert.

Im Fischhaus werden die Container mit einem fest im Gebäude eingebauten Portalkran zum Flutkanal befördert. Das Einsetzen der Karpfen in die Fischteiche erfolgt über eine an den Hänger andockbare Wasserrutsche. So erfolgen das Abfischen und folgende Arbeiten mit zwei bis drei Personen, wo früher meist zehn benötigt wurden. Aus ergonomischer und  arbeitswirtschaftlicher Sicht ist das selbstentworfene Abfisch-, Be- und Entladeverfahren ein voller Erfolg. Durch die schonenden und schnelleren Vorgänge steigt zudem die Qualität in der Vermarktung.

3. Preis: Aufbau eines Strohanhängers

Franz Neumair aus Zolling hat einen bereits vorhandenen Ballenwagen so modifiziert, dass dieser auch zum Transport von Quaderballen geeignet ist. Auf dem Hänger finden längs zur Fahrtrichtung drei Reihen Ballen nebeneinander Platz, komfortabel aufzuladen durch die großen, zu den Seiten hin öffnenden Türen. Ohne zusätzliche Ladungssicherung können die Ballen sicher im Straßenverkehr transportiert werden.

Die beiden großen Ladetüren können vollständig geöffnet und in offener Stellung arretiert werden. Nach dem Schließen der Gittertüren sind die Ballen durch den Aufbau automatisch formschlüssig gegen Ladungsverlust gesichert. Das zeitaufwändige Anbringen von Zurrgurten zur Ladungssicherung entfällt.

Einfache Ideen sind oft die besten – so bleibt der Ballenwagen in der Anschaffung günstig und ist deshalb auch für kleinere landwirtschaftliche Betriebe rentabel. Franz Neumair nutzt seit zwei Jahren den Ballenwagen und ist von der bequemen Beladung und der praxisgerechten Ladungssicherung begeistert.

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