Arbeitsplatz Schleppersitz - unübersichtlich
Schlepperfahrer haben eine gestörte Wahrnehmung. Vom Sichtfeld wird nur ein Bruchteil der Umgebung des Traktors erfasst. Es gilt auch der Grundsatz, je größer die Maschine ist, umso geringer ist die Übersichtlichkeit im nahen Umfeld des Traktors.
Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität für Bodenkultur (BOKU) in Wien bestätigen die Versuchsergebnisse von Prof. Auernhammer aus den 80er Jahren: Es gibt bei Traktoren konstruktionsbedingt relativ große Bereiche, die das Sichtfeld eines Fahrers nicht erfasst.
Personen oder Gegenstände, die sich in den Sichtfeldeinengungen des Schleppers aufhalten, kann der Schlepperfahrer nicht wahrnehmen. Tödliche Kinderunfälle haben hier ihre Ursache.
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Toter Winkel rechts neben und hinter dem Traktor, der Anhänger wurde bei dieser Versuchsanordnung noch nicht berücksichtigt. |
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Foto: Dr. Quendler, BOKU Wien |
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Prof. Josef Boxberger stellte mit seinem Team fest, dass dieses Problem bei den neuen großen Traktoren nicht kleiner ist.
"Die seitliche Sichtfeldeinengung, also die toten Winkel neben dem linken oder rechten Hinterreifen, verursacht durch die breiten, eckig ausgeformten Kotflügel des Schleppers, können mehrere Meter betragen", so Dr. Elisabeth Quendler, Assistentin von Prof. Boxberger.
Die Übersichtlichkeit kann weder Sitzhöhe noch Körpergröße des Schlepperfahrers wesentlich beeinflussen. Die Fahrer des Versuchsbetriebes der Universität für Bodenkultur in Großenzersdorf bei Wien, "erfahrene Landtechnikhasen", waren verblüfft, als ihre nicht sichtbaren Bereiche mit Trassierbändern markiert wurden. Das Ausmaß der nicht sichtbaren Felder, die nach dem Cosinussatz des Dreiecks berechnet werden können, sind besorgniserregend. Weitere Untersuchungen werden angestrebt, an denen auch Traktoren- und Landmaschinenhersteller unterstützend mitwirken sollen.
Zielsetzung ist die Optimierung der Sichtfelder rund um den Schlepper und den angehängten oder aufgesattelten Geräten über ein Berechnungsverfahren.
Gleichzeitig arbeitet Prof. Boxberger in Kooperation mit Siemens Austria intensiv an einem Fahrerassistenzsystem zur Erkennung von Kindern im Nahfeld von fahrenden Landmaschinen, wie bereits kürzlich im Bayerischen Wochenblatt berichtet wurde.
Jeder, der mehr über diese Thematik erfahren möchte, insbesondere wie es mit den Sichtfeldeinengungen - toten Winkeln - rund um Traktoren und Maschinen aussieht, kann sich an die Land- und forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft wenden
(Landshut: Tel.: 0871/696-282 oder -280; Fax: 0871/696-9499; e-mail: praev@landshut.lsv.de
oder Augsburg: Tel.: 0821/4081-0; Fax: 0821/4081-115; e-mail: praev@augsburg.lsv.de).
Fritz Allinger
