Fit und gesund in der zweiten Lebenshälfte - 55plus
Versichertenbefragung 55plus - warum?
Die beiden LSV-Träger in Bayern möchten ihren Versicherten maßgeschneiderte Angebote für Gesundheit, Sicherheit und soziale Absicherung bis ins hohe Alter machen. Aus diesem Grund haben wir mit wissenschaftlicher Begleitung durch das Kölner iqpr-Institut eine repräsentative Versichertenbefragung für Versicherte über 55 Jahren durchgeführt. Die Erkenntnisse sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auch über die land- und forstwirtschaftlichen Grenzen hinaus von Bedeutung, zum Beispiel für Familienbetriebe oder für gewerblich-technische Berufe. das wollten wir wissen:
- Was genau arbeiten die älteren Bäuerinnen und Landwirte auf dem Hof, auf dem Feld oder im Wald - und was tun sie zum Ausgleich in ihrer Freizeit?
- Wie anstrengend empfinden sie ihre Arbeit und wie schätzen sie die Arbeitsbedingungen ein?
- Wie gesund / krank sind sie? Und wie hängt der Gesundheitszustand mit der Arbeit zusammen?
- Warum arbeiten sie bis ins hohe Alter?
- Welche Themen des Älterwerdens sind wichtig?
Die Ergebnisse im Überblick
- Arbeit ist - gerade auch im Alter - eine wichtige Quelle von Vitalität!
- Ein wichtiges Thema angesichts der Unfallstatistik: Vermeidung von Sturzunfällen auf dem Hof!
- Pflegende Angehörige brauchen Entlastung und Unterstützung!
- Tätigkeiten müssen „altersgerecht“ ausgestattet werden!
- Gesundheitsförderung ist mehr als Vermeidung von Belastungen und Gefahren!
- Wirtschaftliche Perspektiven, Arbeitsaufteilung und -organisation und Hofübergabe wirken sich direkt auf die Gesundheit und das Unfallrisiko aus.

Die beherrschenden Themen der Generation 55plus:
Die Generation 55plus schöpft Kraft und Gesundheit aus ihren Aktivitäten auf dem Hof. Sie brauchen diese Mitarbeit, um sich gesund zu fühlen. Sie sind sehr mobil und viel auf dem Hof unterwegs. Auch die Wald-/Holzarbeit ist für sie eine Quelle der Vitalität.
Altersgerechte Tätigkeiten finden
Sturzunfälle insbesondere mit zunehmendem Alter sind eine Gefahr, die es zu vermeiden gilt. Holz holen, einheizen, Brennholz machen, Holz aufladen bis hin zu Bäume fällen sind Aktivitäten, die Bäuerinnen und insbesondere Landwirte auch jenseits der 75 Jahre noch ausüben. Hohe Unfallgefährdung besteht, wenn nachfolgende Tätigkeiten besonders häufig ausgeführt werden: Bäume fällen, Brennholz machen, sägen, spalten, füttern, ausmisten, melken, Reparaturarbeiten, Leiterarbeiten.
Die Pflege von Angehörigen
9,2 Prozent der Befragten gaben an, dass sie fast täglich einen Angehörigen pflegen. Weitere 2,4 Prozent pflegen wöchentlich jemanden - zusammen sind das 11,6 Prozent. Zum Vergleich: Etwa 3,6 Prozent der Bundesbürger pflegen zu Hause anerkannt pflegebedürftige Personen. Deutlich wird, dass die befragten pflegenden Angehörigen statistisch signifikant mehr körperliche Beschwerden angeben, sich stärker psychisch beeinträchtigt fühlen und weniger lebenszufrieden sind.

Die gesunde Landwirtsfamilie: WIR tun was für uns!
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Gesundheit ist zum einen das Ergebnis von aktivem, gesundheitsförderndem Handeln des Einzelnen. Gesundheit ist aber auch abhängig von dem sozialen Umfeld und der Strukturierung des gesamten Arbeitsprozesses. Zur Gesundheit des einzelnen Familienmitglieds können letztlich alle anderen Familienmitglieder beitragen.
Die LSV-Träger mit ihren vier Körperschaften Berufsgenossenschaft, Kranken- und Pflegekasse, sowie Alterskasse begleiten die Versicherten in vielen Lebenslagen durch ihr Leben. Wir möchten Sie dabei unterstützen, dass Sie
- auch im Alter noch vital bleiben und unfallfrei ihren Lebensabend genießen können;
- bei der Pflege entlastet werden, neue Kräfte tanken können und ihre eigene Gesundheit schonen
- als Betriebsunternehmer Ihrer Verantwortung für die Sicherheit aller am Hof lebenden Menschen einfach und effektiv nachkommen können.
Hier finden Sie eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse der Befragung 55plus als PDF-Datei:
Aktion „55 plus“ - Zusammenfassung der Ergebnisse
Machen Sie den Test: Sind Arbeitsbelastung und Lebenszufriedenheit bei Ihnen in der Balance?
Beurteilen Sie sich selbst! Lesen Sie sich die vier Aussagen durch - welche trifft am ehesten auf Sie zu?
- Ich bin praktisch nie krank, fühle mich ausgeglichen und gehe jeden Morgen mit Freude ans Werk. Meine Arbeit habe ich übrigens so organisiert, dass mir neben den alltäglichen Verrichtungen auch noch genügend Zeit für Familie, soziale Kontakte und für Dinge bleibt, die mir Spaß machen. Ich bin rundherum zufrieden mit meinem Leben!
- Die Arbeit geht mir leicht von der Hand, aber ich würde sie auch nicht als Quelle der Zufriedenheit für mich bezeichnen. Ich bin zwar nicht oft krank und fühle mich auch nicht sonderlich belastet oder gar überfordert. Aber ich bekomme auch nur wenig Anerkennung für das, was ich mache und sehe auch selbst keinen großen Sinn in meiner Tätigkeit.
- Nur, wenn ich mich jeden Tag aufs Neue selbst herausfordere und bis an meine körperlichen Grenzen gehe, bin ich nach Feierabend wirklich glücklich. Ich merke zwar, dass dies nicht ewig so weitergehen kann, aber wenn ich dann einmal nichts zu tun habe, kann ich das gar nicht aushalten oder genießen. Ich brauche die Arbeit, um mich gut zu fühlen.
- Mir geht es gesundheitlich und/oder psychisch nicht wirklich gut. Jede Betätigung kostet mich Überwindung und strengt mich sehr an. Ich bin froh, wenn ich die Arbeit hinter mir habe, denn Spaß macht mir das Arbeiten schon lange nicht mehr. Eher empfinde ich die alltäglichen Verrichtungen als eine Quälerei und ich sehne mich nach Ruhe.
Und das ist die Auflösung:
- Sie gehören zur Gruppe der Gesunden. Sie scheinen Ihr Leben im Griff zu haben. Sie haben auch verstanden, dass Gesundheit nicht das Gegenteil von Kranksein bedeutet, sondern dass man schon etwas dafür tun muss, um gesund zu bleiben. Machen Sie weiter so!
- Sie fallen in die Gruppe der Neutralen. Sie sind im Prinzip gesund, aber von Ihrer Tätigkeit her eher unterfordert. Warum suchen Sie sich nicht eine neue Herausforderung? Vertrauen Sie auf Ihre Fähigkeiten aber achten Sie darauf, dass Anforderung und Lebenszufriedenheit in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.
- Sie gehören zu der Sorte von Menschen, die sich täglich voll verausgaben. Vorsicht! Ihre körperlichen und psychischen Ressourcen sind endlich und Sie sollten nicht so sehr auf Kosten Ihrer Gesundheit leben! Wenn Sie Ihre Anerkennung nur durch die Arbeit beziehen, dann ist ein Zusammenbruch in der Zukunft vorprogrammiert.
- Sie sind körperlich und psychisch so angegriffen, dass Sie dringend einen Ausstieg aus Ihrem bisherigen Leben brauchen. Wenn Sie noch keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen haben, dann sollten Sie sich diesen Schritt wirklich überlegen. Auch eine Kur kann den nötigen Abstand und Sie auf neue Gedanken bringen!
In einem Schaubild sieht das so aus:
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Lebenszufriedenheit / Arbeitsfreude
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gering
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hoch
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| körperliche und psychische Beeinträchtigungen |
hoch
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(D) Beeinträchtigte
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(C) Verausgabte
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gering
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(B) Neutrale
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(A) Gesunde
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Tabelle: Vier Gesundheitsmuster (Quelle: Abschlussbericht).
Für jede dieser Gruppen sind andere Zielsetzungen wichtig:
- Bei beeinträchtigten Personen müssen Belastungen abgebaut und gleichzeitig Ressourcen (Arbeitsinhalt, Entscheidungsspielräume, soziale Unterstützung) aufgebaut werden;
- Bei verausgabten Personen sollten Belastungen abgebaut werden;
- Bei neutralen Personen sind Ressourcen aufzubauen;
- Bei gesunden Personen gilt es, das Bestehende zu stabilisieren.