Atemwegserkrankungen, Allergien
Atemwegserkrankungen oder Allergien sind in der Bevölkerung weit verbreitet und bedeuten für die Erkrankten eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Mehr als 40 Prozent aller gemeldeten Berufskrankheiten in der Landwirtschaft fallen in diesen Bereich. Für Landwirte kann eine solche Erkrankung existenzielle Folgen haben. Zum Beispiel, wenn ein Rinderhalter aufgrund einer Tierhaarallergie seinen Beruf ohne kompetente Betreuung und Hilfe nicht mehr ausüben kann. Bei der Land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (LBG) Franken und Oberbayern finden Betroffene Hilfe und Unterstützung durch eine individuelle Betreuung. Ergänzend dazu bietet die LBG Franken und Oberbayern Seminare an, die speziell auf die Anforderungen erkrankter Personen aus der Landwirtschaft zugeschnitten sind.
Diese Veranstaltungen bieten betroffenen Bäuerinnen und Landwirten die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Kompetente Referenten halten Fachvorträge mit vielen wichtigen Informationen und praktischen Tipps, die den Betroffenen ein Leben in der Landwirtschaft mit Ihrer Erkrankung erleichtern können. Die LBG-Wanderausstellung "Atemwegserkrankungen und Allergien in der Landwirtschaft" und eine Vorführung verschiedener Atemschutzgeräte und Schutzbekleidung ergänzen das Angebot.

Atemschutzgeräte sind für betroffene Landwirte und Bäuerinnen oft die einzige Möglichkeit, ihren Betrieb in der gewohnten Weise weiterführen zu können. Unsere LBG-Sicherheitsberater betreuen betroffene Versicherte und beraten sie in regelmäßigen Abständen.
Allergien und Atemwegserkrankungen in der Landwirtschaft
Woher kommen sie?
Auslöser können zum Beispiel landwirtschaftliche Stäube oder Tierhaare sein. Bäuerinnen und Landwirte, bei denen eine solche Erkrankung von ärztlicher Seite bereits festgestellt wurde, aber auch solche, die sich noch unsicher sind, woher ihre Beschwerden wie zum Beispiel schleppende Atmung, Hustenreiz, Augentränen rühren, können sich an ihre zuständige LBG wenden.
Hilfe im Alltag für Betroffene in der Landwirtschaft
Derzeit betreut die LBG Franken und Oberbayern rund 800 Erkrankte mit technisch hochwertigen Atemschutzgeräten. Mit regelmäßigen Beratungen, Informationsmaterialien, einer Analyse der Situation vor Ort, und letztlich mit der Bereitstellung der notwendigen Atemschutzgeräte helfen die LBG-Mitarbeiter, die landwirtschaftlichen Unternehmen von Betroffenen am Laufen zu halten.
Verhaltensänderungen bringen Besserung
Dass Verhaltensänderungen Erfolg versprechen, zeigt eine medizinische Studie der Ludwig Maximilian Universität München (LMU), die in Zusammenarbeit mit der LBG Franken und Oberbayern entstanden ist. Sie belegt: Schon nach sechs Wochen kann bei Atemwegserkrankten eine spürbare Besserung des Gesundheitszustandes erreicht werden, wenn einige grundlegende Verhaltensregeln im häuslichen Bereich und im Stall beachtet werden.
Erfahrungsaustausch motiviert!
Neben der seit Jahren erfolgreich laufenden individuellen Betreuung von betroffenen Versicherten in deren häuslichen Umfeld will die LBG Franken und Oberbayern nun mit Seminaren zum Erfahrungsaustausch für betroffener Bäuerinnen und Landwirte zusätzlich einen neuen Weg verfolgen. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, die Besucherinnen und Besucher zu motivieren, ihr Leben mit der Krankheit, trotz zum Teil erheblicher Beeinträchtigungen, aktiv selbst zu bestimmen. Die positiven Erfahrungen anderer Selbsthilfegruppen zeigen: Wer erkennt, dass er mit seiner Krankheit, seinem Problem nicht alleine steht, fasst Mut und hat neue Energie. Alle Teilnehmer sind Praktiker, die auf einfache und wirksame Lösungen bedacht sind, die es gewohnt sind zielorientiert zu handeln.
Was bieten diese Veranstaltungen?
Neben dem Erfahrungsaustausch informieren die LBG-Sicherheitsberater vor Ort über verschiedene Atemschutzmöglichkeiten. Sie zeigen praxisgerechte Wege zur Verringerung oder Vermeidung von allergenen Belastungen bei landwirtschaftlichen Arbeiten auf. Es wird erläutert, wie durch technische und organisatorische Maßnahmen, durch richtiges Verhalten oder durch den Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung das Leben der Erkrankten lebenswerter gestaltet werden kann. In der Regel können Atemwegserkrankungen nicht geheilt werden. Unser Ziel ist es, das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen.
Unsere Informationsseiten zur Persönlichen Schutzausrüstung (PSA)